Hilfe aus der Apotheke

Hilfe aus der Apotheke Bei Fibromyalgie können ausgewählte rezeptfreie Medikamente infrage kommen.

Nach derzeitigem Wissensstand ist Fibromyalgie nicht heilbar. Die meisten Medikamente, die zur Behandlung der Beschwerden infrage kommen, müssen vom Arzt verordnet werden und dürfen nur zeitlich beschränkt eingesetzt werden. Von vielen gängigen Schmerzmitteln wird zudem abgeraten. Einen neuen Therapieansatz bieten ausgewählte rezeptfreie Arzneimittel, die in der Regel im Sinne einer Zusatzbehandlung angewendet werden.

Von vielen Schmerzmitteln wird abgeraten

Viele Fibromyalgie-Patienten fragen nach Medikamenten, die sie gegen ihre Schmerzen einnehmen können. Von der Anwendung starker Opioide und lokalen Betäubungsmitteln wird abgeraten. Auch für antientzündliche Schmerzmittel sprechen Experten eine sogenannte „Negativ-Empfehlung“ aus – sie sollen bei Fibromyalgie nicht angewendet werden. Zu dieser Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika zählen klassische Anti-Schmerz-Wirkstoffe wie Ibuprofen und Diclofenac. Für Paracetamol kann aufgrund der unklaren Studienlage auch kein „grünes Licht“ gegeben werden.

In Anbetracht der beschränkten Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung sind neuartige Therapieansätze gefragt, die im Rahmen eines Gesamttherapiekonzeptes zusätzlich angewendet werden können. Neben L-Carnitin, einer vitaminähnlichen Substanz, scheint hier insbesondere eine spezielle Behandlung mit B-Vitaminen („Nervenvitamine“) vielversprechend zu sein.

Gut zu wissen: Im Jahr 2013 gelang es Wissenschaftlern am Universitätsklinikum Würzburg, einen organischen Befund bei Fibromyalgie-Patienten nachzuweisen. Sie stellten fest, dass bei Betroffenen Schädigungen der kleinen Nerven (small fibres) vorliegen. Diese neue Erkenntnis hatte zur Folge, dass die chronischen Schmerzen, die für Fibromyalgie typisch sind, neuerdings als neuropathische Schmerzen (Nervenschmerzen) klassifiziert werden. Hier eröffnen sich neue Therapieansätze.
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